Der Widerstand der Klimabewegung gegen den Braunkohleabbau im Rheinischen Revier geht in die nächste Runde. Im August 2017 werden verschiedene Akteur*innen die klimazerstörerischen Abläufe gehörig durcheinander bringen, denn der Klimawandel muss dort bekämpft werden, wo er verursacht wird. Durch „Zucker im Tank“ als ein*e Akteur*in sollen Kleingruppenaktionen gestärkt und sichtbarer gemacht werden!
Den Kampf ums Klima mit anderen herrschaftskritischen Inhalten und Kämpfen verknüpfen
Die kurzsichtige Profitlogik und der Wachstumszwang im Kapitalismus sind das Gegenteil einer nachhaltigen Lösung für die Klimakrise. Deshalb kann sie nicht mit kapitalistischer Logik gestoppt werden. Der Staat ist keine Institution in die wir Hoffnungen setzen, da er genau diese Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung sichert. Mit der Überwindung des Kapitalismus allein ist der Klimawandel zwar noch nicht aufgehalten, aber die Rettung des Klimas und unserer Lebensgrundlagen ist nur ohne Kapitalismus möglich.
Doch wir wollen nicht nur Kapitalismus und Staat bekämpfen, auch andere Herrschaftsstrukturen wie das Patriarchat oder Rassismus sind eng mit der Klimakrise verknüpft. Wir sind zwar alle von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, jedoch unterschiedlich stark, abhängig von Wohnort und Klasse und entlang von Kategorien wie Gender und Race. (1)
Der Kampf ums Klima ist zugleich auch ein feministischer, antirassistischer, anti-staatlicher und antikapitalistischer Kampf, ein Klassenkampf und ein Kampf gegen Tierausbeutung und Militarismus. Oder kurz: Ein Kampf gegen Herrschaft im Allgemeinen.
Gemeinsam die (Aktions-)Fähigkeiten aneignen, die wir brauchen
Selbstermächtigung in verschiedenen Bereichen ist ein wichtiger Schritt um Herrschaftsverhältnisse zu überwinden. Wir wollen erreichen, dass sich Menschen das nötige Wissen und die Fähigkeiten aneignen können, um selbst auch längerfristig direkte Aktionen durchzuführen. Dazu werden wir in den kommenden Monaten in Kooperation mit Anderen Skill-Shares in unterschiedlichen Städten veranstalten. Dabei soll es unter anderem um Aktionswissen, Organisierung in Kleingruppen und praktische Fähigkeiten gehen. Kontaktiert uns gerne wenn ihr Lust darauf habt!
Gemeinsam, verschieden, solidarisch
Der Widerstand im Rheinischen Revier ist plural und nutzt verschiedene Formen. Gerade diese Vielfalt macht ihn stark und wirkmächtig. Die Aktionstage 2017 wollen erreichen, dass verschiedene Akteur*innen mit ihren eigenen Aktionen und inhaltlichen Schwerpunkten sichtbar werden, und sich gleichzeitig aufeinander beziehen können. Das bedarf auch einer kritischen Solidarität und Respekt untereinander. Keine Aktion sollte eine andere unmöglich machen.
Seid Zucker im Tank
Wir wollen den Klimawandel aufhalten, und seine Ursache, den Kapitalismus, abschaffen.
Aber nicht nur:
Wir kämpfen für eine Zukunft, die so frei von Herrschaft ist, wie irgendwie möglich.
Wir freuen uns darauf, den Kampf gegen die Braunkohle 2017 vielfältig weiterzuführen!
(1) Obwohl mit Race und Gender keine biologischen Realitäten gemeint sind, sondern soziale Konstruktionen, finden wir es wichtig, Wörter dafür zu haben, wie Menschen von Rassismus und Sexismus betroffen sind.
